Das Bandwebermuseum als Erfahrungsort fächerübergreifenden Lernens

Das Bandwebermuseum als Erfahrungsort fächerübergreifenden Lernens

Am 22.10. besuchte die Klasse 7d  das schuleigene Bandwebermuseum. Unsere ehemaligen Kolleginnen Frau Pesch und Frau Kaiser entführten die Kinder für zwei Stunden in die Geschichte der Bandweberei in Wuppertal. Los ging es mit einer Einführung im Ausstellungsraum. Hier erkundete die Klasse die verschiedenen Arten von Bändern früher und heute sowie die unterschiedlichsten Verwendungszwecke, von denen einer die Verarbeitung zu Hutbändern ist. Die Kinder hatten dann auch viel Spaß, an den ausgelegten Kopfbedeckungen die Bänder ausfindig zu machen und eine kleine Hutmodenschau mit den teilweise schon fast 100 Jahre alten Hüten und Mützen zu veranstalten.

Anschließend ging es dann in zwei Gruppen durch den großen Museumsraum. Beim Betreten fühlt man sich sofort in frühere Zeiten versetzt. Die Schüler sahen sich in der liebevoll originalgetreu hergerichteten Bandweberstube um und entdeckten Mobiliar und Haushaltsgegenstände, die viele bis dahin nur noch von Bildern oder Erzählungen kannten, u.a. sorgte das „kabellose“ Bügeleisen erst einmal für Verwirrung. Spannend wurde es, als die erste Maschine in Gang gesetzt und deutlich wurde, wie der Faden auf die Spulen der Schiffchen gelangt. Groß war das Erstaunen, als Frau Kaiser berichtete, dass bereits die dreijährigen Kinder den Eltern bei der Arbeit halfen, indem sie das fertig gewebte Band abschnitten (befindet sich im Lintkasten) und es auf dem Rollbock oder Haspel aufrollten, damit der Vater die Ware einmal wöchentlich im Liefersack zum Auftraggeber (Fabrikanten) bringen konnte. Die älteren Jungen (ab etwa 10 Jahre) fertigten Garnrollen auf der Spulmaschine an, damit immer Nachschub für die Weberschiffchen vorhanden war.

Als nächstes wurde dann der große Bandwebstuhl angestellt und die Kinder konnten zusehen, wie Geschenk- und Nationalbänder gewebt wurden. Schnell erkannten sie, auf Grund ihrer im Textilunterricht erworbenen Kenntnisse, das Prinzip und die Arbeitsweise des Webstuhls. Viel Freude hatten dann auch die beiden, die anschließend am Schärbock die Bänder aufwickeln und transportfähig machen durften.

Weiter ging es dann zum anderen großen Webstuhl, dem Jacquardwebstuhl. Erstaunt lauschten die Kinder Frau Pesch, als diese das Lochkartenprinzip erklärte und vorführte.

Schließlich wurde auch noch die modernste Webmaschine unter  die Lupe genommen, welche in Windeseile elastische Bänder produziert.

Abschließend konnte die Klasse dann noch erfahren, dass z.B. Auch schusssichere Westen, Schutzhelme, Ölbarrieren, medizinische Filter und Löschdecken gewebte Produkte sind, die noch heute in Wuppertal hergestellt und in die ganze Welt exportiert werden.